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17. Juli 2019

Worauf du bei Fitnessliteratur achten solltest – Teil 2

Im letzten Blogartikel hast du bereits die Evidenzhierarchie kennengelernt. Der heutige zweite Teil beschäftigt sich mit weiteren Beispielen aus der Evidenzpyramide, damit du nicht länger von Empfehlungen vermeintlicher „Fitnessexperten“ abhängig bist.

Wie du bereits weist, ist dem Boden der Pyramide wenig Aussagekraft beizumessen. Dort befindet sich die Rubrik Tier- und Laborstudien. Die niedrige Aussagekraft resultiert in erster Linie daher, dass Tiere sehr unterschiedliche physiologische Vorgänge im Körper haben und damit eine Übertragung auf den Menschen nicht 1:1 vorgenommen werden kann. Zusätzlich finden solche Studien nicht in einem natürlichen Umfeld, sondern meist in einem Labor unter kontrollierten Bedingungen statt, wodurch diese Studien noch weiter vom tatsächlichen Leben abweichen. Direkt im Anschluss mit ebenso niedriger Aussagekraft sind Expertenmeinungen. Das mag dich vielleicht überraschen, aber laut der Evidenzhierarchie kommen diese direkt im Anschluss an Tierstudien. Expertenmeinungen sind lediglich von einer oder weniger Personen, die aber nicht zwangsweise durch Studien belegt sein müssen. Genau aus diesem Grund solltest du auch vorsichtig sein, blind solchen Empfehlungen zu folgen. Leider gibt es im Social Media Bereich viel zu viele solcher „Fitnessexperten“, die durch gezielte Fehlinformationen bestimmte Produkte bewerben wollen. Zum Glück hast du in der heutigen Zeit die Möglichkeit über das Internet auf einfachste Weise solche Meinungen nachzuprüfen und musst nicht blindlings einzelnen Personen vertrauen. Kohortenstudien involvieren mehrere Personen und beruhen auf Beobachtungen in einem natürlichen Umfeld. Dadurch kann ihnen eine höhere Aussagekraft beigemessen werden. Die Spitze der Pyramide bilden unter anderem Meta-Analysen. Hierbei werden zu einem bestimmten Thema alle relevanten Studien geprüft, geordnet und entweder in die Analyse mit aufgenommen oder, falls sie nicht die relevanten Kriterien erfüllen, außen vorgelassen. So werden mehrere kleine Studien zu einer großen Analyse mit viel Aussagekraft zusammengefasst.

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Natürlich gibt es auch besonders gute Fitnessexperten, die ihre Aussagen auf fundiertes Wissen stützen. Der zentrale Punkt ist jedoch, kritisch Aussagen von Einzelpersonen zu hinterfragen, um dann für dich eine Entscheidung zu treffen. Im Bereich von Training und Ernährung bestimmen diese Entscheidungen nämlich ob du langfristig Erfolge erzielst oder dich ständig nur im Kreis drehst.

Ich hoffe du konntest wieder ein paar nützliche Informationen aus diesem Blogartikel ziehen. Bleib gespannt auf den dritten Teil, in dem wir etwas näher auf den Aufbau einzelner Studien eingehen und analysieren welche Abschnitte für dich als Fitnesssportler besonders interessant sind. Hau rein!

Dein Goeerki