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21. Oktober 2018

Wie bestimmst du deinen Körperfettanteil?

Du kennst sie bestimmt auch, die ewige Diskussion um den eigenen Körperfettanteil. Meist wird der KFA viel zu optimistisch eingeschätzt und man fixiert sich sehr leicht auf irgendwelche Zahlen, die eine Waage ausspuckt. Dem hinzu gibt es die typischen „Gymbros“, die ein Auge für den KFA haben und schwören, dass sie definitiv 8,3% von 8,4% Körperfett unterscheiden können. Obendrauf gibt es noch hundert Varianten von sogenannten Fat – Calipern oder speziellen Waagen, die deinen Körperfettanteil genau messen sollen. In diesem Dschungel fällt es dem durchschnittlichen Studiobesucher sehr schwer den Überblick zu behalten. Der heutige Blogartikel versucht diesbezüglich etwas Licht ins Dunkle zu bringen und vielleicht sogar die Frage aufzuwerfen, ob das Wissen um deinen eigenen KFA überhaupt von Relevanz ist.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Methoden um deinen Körperfettanteil zu messen und dadurch ist bereits ein richtiger Absatzmarkt entstanden. Eine gängige Option ist dabei der DEXA – Scan, bei dem mit Hilfe von Röntgenstrahlen deine Körperkomposition bestimmt wird. Alternativ gibt es die bioelektrische Impedanz Analyse, bei der mit einem elektromagnetischen Feld gearbeitet wird oder die hydrostatische Körperzusammensetzungsanalyse, bei der in einem Wassertank das verdrängte Wasser gemessen wird. Als weitaus einfachere Methode für Zuhause gibt es mittlerweile auch Waagen mit KFA – Bestimmung oder den klassischen Fat – Caliper, mit dem du die Dicke bestimmter Hautfalten misst.

 

Körperfettanteil

 

All diese Methoden haben aber eine Gemeinsamkeit. Mit ihnen kann der Körperfettanteil nur geschätzt, aber nie genau gemessen werden. Die minimale Abweichung geht bei jeder dieser Methoden gegen 5% und kann bei ungenauen Messmethoden und unerfahrenem Anwender bis zu 10% betragen. Gleichzeitig kann das auch negative Folgen für deine Motivation haben. Zum einen wird der KFA gerne mal zu optimistisch eingeschätzt, zum anderen kann bei einem Wechsel der Messmethoden die Frage aufkommen, ob man überhaupt noch auf dem richtigen Weg ist, wenn der Fat – Caliper mal 1% mehr anzeigt. Schnell wird man von ungenauen Zahlen abhängig, was sich negativ auf deine Motivation auswirken kann und langfristig dein Training und die Ernährung behindert. Bist du dir aber dieser Tatsachen bewusst, so kann eine KFA Bestimmung auch Vorteile bringen. Nimmst du dieselbe Messmethode unter denselben Gegebenheiten, dann kannst du damit über einen längeren Zeitraum eine Veränderung tracken. Zeigt deine KFA – Waage 20%, trotz der erhofften 15%, an? Egal! Wenn du dich in einer Phase mit Kaloriendefizit wiegst und misst, sollte dieser Wert über den Zeitraum deiner Diät weniger werden. Die Zahl an sich ist dabei irrelevant, wichtiger ist es, dass diese geschätzte KFA Zahl abnimmt.

Ich hoffe ich konnte wieder ein paar nützliche Informationen an dich weitergeben und dir dabei helfen, dich nicht zu sehr auf die Zahl deines KFA zu fokussieren. Im Endeffekt ist entscheidend, wie du dich in deinem Körper fühlst, ungeachtet der Zahl auf irgendeiner KFA – Waage oder bei einem Fat – Caliper.

Hau rein!

 


1 Müller et. al., 2015, Metabolic adaption to caloric restriction and subsequent refeeding: the Minnesota Starvation Experiment: Am J Clin Nutr.

2 Weightology Weekly – The Pitfalls of body fat measurement, part 1-6, James Krieger.