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7. Mai 2018

Wie beeinflusst Leptin dein Hungergefühl – Teil 2

Im letzten Blogartikel „Wie beeinflusst Leptin dein Hungergefühl – Teil 1“ haben wir uns bereits mit der grundlegenden Funktion von Leptin in unserem Körper beschäftigt. Im folgenden zweiten Teil gehen wir genauer auf weitere Einflussfaktoren ein, und stützen uns dabei auf konkrete Zahlen.

Die größten Faktoren, die den Leptinspiegel beeinflussen können, sind die Menge an eigenem Körperfett, die Kalorienzufuhr und das Training. Wie bereits in Teil 1 erwähnt, steigt mit einem hohen Körperfettanteil auch die Leptinkonzentration. Deinem Körper wird so signalisiert, dass er genug Energiespeicher zur Verfügung hat. Interessant ist hierbei, dass sich das Ganze exponentiell entwickelt. Das bedeutet, dass Leptin zwischen 10% und 20% KFA nur sehr leicht ansteigt, bei 50% im Vergleich zu 40% jedoch um das Doppelte wächst. Dies ist nur logisch, da dein Körper bei einem starken Übergewicht viel mehr Energiereserven zur Verfügung hat als bei einem niedrigeren Körperfettanteil und somit exponentiell signalisiert werden muss, dass man sich in einen ungesunden Bereich der Fettleibigkeit begibt.

Ein anderer Aspekt, der Leptin beeinflussen kann, ist dein Training. Wie genau dies funktioniert ist aber leider noch nicht ganz klar. Fakt ist jedoch, dass Fitnesstraining deine Leptinsensitivität erhöht, was dazu führt, dass dein Gehirn auf die gleiche Hormonkonzentration stärker reagiert.

 

 

Leptin

 

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die zugeführten Kalorien, auf welche Leptin sehr akut reagiert. So sinkt das Hormon bereits um 20% nach einem 3-tägigen Kaloriendefizit von 30%. Auf der anderen Seite reagiert Leptin nicht so akut bei einem Kalorienüberschuss. Nur leichte Schwankungen sind bei einem moderaten Überschuss erkennbar. Dies zeigt, dass der Körper stärker versucht einem Gewichtsverlust entgegenzuwirken, als einer Gewichtszunahme. Wir als Fitnessbegeisterte können dabei nur mit den Augen rollen, aber verändern lässt sich dieser Sachverhalt leider nicht. Interessanterweise scheint Leptin auch „besser“ auf Kohlenhydrate zu reagieren als auf Fett, was natürlich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass du dich mit fettigen Lebensmitteln leichter vollfressen kannst. Hinzu kommt, dass bei übergewichtigen Menschen die Leptinrezeptoren resistent werden können. D.H. Leptin hat keine große Wirkung mehr und kann deinem Körper nicht mitteilen, wann er ausreichend gesättigt ist und genügend Energiereserven angelegt hat. Dies ist unter anderem ein häufiger Grund warum übergewichtige Menschen besonders Schwierigkeiten haben abzunehmen. Du merkst also, dass dein Körper nicht im Geringsten daran denkt Körpergewicht (in geeigneten Maßen) zu verlieren und er sieht auch kein Vorteil darin ein Sixpack zu haben. Aufgrund dieser Anpassungen sind Diäten auch häufig so anstrengend, da du quasi gegen deinen Körper arbeiten musst, der wiederum probiert deinen Verstand zu manipulieren, damit du endlich wieder größere Mengen an Nahrung konsumierst. Ich hoffe diese Informationen haben dir ein bisschen vor Augen geführt, warum Diäten manchmal so schwer sein können und warum besonders viele Leute daran scheitern. Mit dem geeigneten Wissen aus den Blogartikeln und der Fitnessanleitung gehörst DU aber definitiv nicht mehr dazu. Hau rein!

Dein Goeerki

 


1 Annu Rev Nutr. 2000; 20: 45-75. Leptin – much more than a satiety signal.

2 Int J Obes Relat Metab Disord. 2002 Nov; 26(11): 1407-33. Leptin: a review of its peripheral actions and interactions. Margetic S, Gazzola C, Pegg GG, Hill R.