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21. Mai 2018

Welche Energiesysteme wirken bei deinem Training? – Teil 2

Im letzten Blogartikel über den ersten Teil der Energiesysteme haben wir schon die Rolle von ATP als Energieträger näher kennengelernt. Außerdem wurde ein kurzer Überblick auf die wichtigsten inneren Systeme zur Energiebereitstellung gegeben. Im Folgenden Blogartikel gehen wir noch einmal tiefer in die Materie und bringen diese Systeme in direkten Zusammenhang mit deinen sportlichen Zielen.

Im Citratzyklus werden vor allem Kohlenhydrate, Fette, aber auch zu einem geringeren Teil Proteine verwendet, um indirekt Substrate herzustellen, die bei der Synthese von ATP helfen. Bei der Glykolyse werden zum Großteil aus Kohlenhydraten, durch Aufspaltung, Glucose gewonnen, die wiederum in Pyruvate konvertiert werden. Dies verbraucht zwar selbst auch ATP, jedoch wird in Verbindung mit dem Citratzyklus unter dem Strich mehr produziert, als benötigt wird. Beim Phosphatstoffwechsel kommt das dir bekannte Kreatin zum Einsatz. Dein Kreatinmonohydrat stellt deinem Körper Kreatinphosphat zur Verfügung, dass dann aus ADP wieder ATP machen kann. Anders als der Citratzyklus oder die Glykolyse braucht dieser Stoffwechselweg also im Regelfall keine Zufuhr von Lebensmitteln.

Alle drei Systeme arbeiten in deinem Körper zu jeder Zeit. Abhängig von der ausgeführten Sportart kann sich aber der Fokus verschieben. Die Energiesysteme unterscheiden sich in der Rate der ATP Herstellung, also wie schnell dieses produziert wird (Power) und in der Kapazität, wieviel ATP hergestellt wird, bevor die Speicher ausgeschöpft oder der Körper ermüdet ist. In nachfolgender Grafik findest du einen Vergleich der Energiesysteme.

 

 

Während sehr schwerem Gewichtheben wie z.B. beim Powerlifting oder anderen Sportarten wie Sprinten liegt der Fokus der Energiesysteme auf dem Phosphatstoffwechsel, da dort eine erhebliche Power, aber nur für sehr kurze Zeit, benötigt wird. Diese geringe Kapazität kommt daher, weil sich der Phosphatstoffwechsel lediglich auf das Kreatinphosphat und nicht auf die Makronährstoffe der Lebensmittel verlässt. Für ausdauernde Sportarten, wie z.B. einen Marathonläufer liegt der Fokus stark auf dem Citratzyklus und den damit verbundenen Stoffwechselwegen, da dort über einen sehr langen Zeitraum Energie bereitgestellt werden, also die Kapazität sehr hoch sein muss. Merke dir jedoch, dass bei den unterschiedlichsten Sportarten immer alle Energiesysteme zeitgleich wirken und sich nur der Fokus verschiebt.

Ich hoffe, ich konnte dir in diesem Zweiteiler etwas näher bringen, inwieweit der Körper die Makronährstoffe oder Kreatin zur Energiebereitstellung nutzt und welche Energiesysteme überhaupt in deinem Körper arbeiten. Hau rein!

Dein Goeerki

 


1 Biochemistry. 5th. Edition. Berg JM, Tymoczko JL, Stryer L., New York: W H Freeman, 2002.