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22. Juli 2018

Was sind eigentlich Satellitenzellen? – Teil 2

Im letzten Blogartikel „Was sind eigentlich Satellitenzellen? – Teil 1“ haben wir uns bereits den typischen Muskelschaden angeschaut, der häufig durch dein Training entstehen kann. Im Anschluss reparieren die sogenannten Satellitenzellen, auf Ebene der Myofibrillen, die entstandenen Risse wieder. In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff der Myonuclear Domain Theory oder kurz MDT genannt, gefallen, welche eine weitere, aber wissenschaftlich noch nicht ganz erforschte, Variante des Muskelwachstums darstellt. Im folgenden Blogartikel wird auf diese Theorie im Zusammenspiel mit den zuvor erwähnten Satellitenzellen näher eingegangen.

Die Muskelzelle enthält grundsätzlich mehrere Zellkerne, welche, vereinfacht gesagt, jeweils für das Wachstum in einen bestimmten Bereich „verantwortlich“ sind. Ein Kern kann aber nur einen bestimmten Bereich „verwalten“ und diesem zum Wachstum bewegen. Ist dieser Bereich maximal ausgeschöpft, dann kann kein weiteres Wachstum mehr stattfinden, wenn sich die Anzahl der Kerne in der Muskelzelle dementsprechend nicht verändert. Dieser Sachverhalt wird in der nachfolgenden Grafik dargestellt.

 

Zellen

 

Wenn nun die vorhandenen Zellkerne ihre maximalen „Wachstumsbereich“ (engl. Domain) erreicht haben, könnte theoretisch kein weiteres Muskelwachstum stattfinden. An dieser Stelle kommen wieder die uns bekannten Satellitenzellen ins Spiel. Neben der Reparaturfunktion einzelner Rissen in den Myofibrillen, können diese auch ihren eigenen Zellkern in die Muskelzelle abgeben und somit, laut der Theorie, für mehr Wachstum sorgen. Dies wird im rechten Teil der obigen Grafik noch einmal verdeutlicht. Aufgrund der höheren Anzahl an Zellkernen wird demnach insgesamt auch ein größerer „Wachstumsbereich“ abgedeckt und der Muskel kann weiterhin wachsen. Es bleibt spannend, inwieweit sich aus dieser vielversprechenden, hier vereinfacht dargestellten, Theorie konkrete Leitlinien für dein Training und die Ernährung in Zukunft ableiten lassen. Ich hoffe, ich konnte dir wieder ein paar nützliche Infos mit auf den Weg geben. Hau rein!

Dein Goeerki

 


1 McCall et. al., Acute and chronic hormonal responses to resistance training designed to promote muscle hypertrophy, Canadian Journal of applied physiology, 1999 Feb. 1;24 (1):96107.

Hakkinen K. et. al., Acute hormonal responses to two different fatiguing heavy-resistance protocols in male athletes, Journal of applied physiology, 1993 Feb 1;74(2):882-7.

Buresh R. et. at., The effect of resistive exercise rest interval on hormonal response, strength and hypertrophy with training, The journal of Strength & Conditioning Research, 2009, Jan 1; 23 (1): 62-71.