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23. Juni 2018

Die wichtigsten anabolen Hormone und ihre Funktionen – Teil 1

Im heutigen Blogartikel kümmern wir uns um eines der drei wichtigsten anabolen Hormone, analysieren die Mythen die damit einhergehen und untersuchen, inwieweit es für dich und dein Training von Relevanz ist. Im heutigen, ersten Teil gehen wir etwas näher auf Wachstumshormone ein. Im zweiten Teil konzentrieren wir uns auf das altbekannte Sexualhormon Testosteron und im letzten Part schauen wir uns insulinähnliche Wachstumsfaktoren wie IGF1 an.

 

GH

 

Wenn wir von Wachstumshormonen im Zusammenhang mit Krafttraining sprechen, beziehen wir uns meist auf Somatropin, welches allgemein auch als Wachstumshormon (WH) oder aus dem Englischen als Growth Hormone (GH) bezeichnet wird. GH wird in der Hypophyse, einer, an der Basis des Gehirns anliegende, Hormondrüse produziert. Es ist allgemein für das Wachstum im gesamten Körper, also auch für das Muskelgewebe verantwortlich. Viele Studien zeigen, dass die Ausschüttung von GH direkt nach dem Training in Verbindung mit dem Muskelaufbau steht. Für sehr lange Zeit dachte man, (und denkt man heute teilweise immer noch), dass das Training so gestaltet werden sollte, dass die Wachstumshormonausschüttung maximal ist. Dies bedeutet: viele Wiederholungen und kurze Satzpausen. Aber nach dem Training haben wir neben einer hohen GH – Konzentration auch eine erhöhte Herzfrequenz. Heißt das automatisch, dass eine erhöhte Herzfrequenz zwangsweise zu mehr Muskelwachstum führt? Wenn ich dreimal schnell um mein Haus renne, geht die Herzfrequenz ebenso nach oben, aber ein Indikator für Muskelwachstum ist dies definitiv nicht! Es besteht also eine Korrelation aber keine Kausalität. Eine erhöhte Wachstumshormonausschüttung in dem natürlichen Bereich (illegale Substanzen ausgelassen) sorgt zwangsweise nicht für ein erhöhtes Muskelwachstum und kann dementsprechend kein Faktor sein, nach welchem man sein Training gestalten sollte.

Ich hoffe ich konnte dir wieder ein paar nützliche Informationen geben. Im zweiten Teil konzentrieren wir uns auf das Sexualhormon Testosteron. Bis dahin hau rein!

Dein Goeerki

 


1 McCall GE et al., Acute and chronic hormonal responses to resistance training designed to promote muscle hypertrophy, Canadian Journal of applied physiology, 1999 Feb. 1;24(1): 96-107.

2 Kraemer et al., Hormonal and growth factor responses to heavy resistance exercise protocols, Journal of Applied Physiology, 1999 Oct. 1;69(4):1442-50.

3 Buresh R et al, The effect of resistive exercise rest interval on hormonal response, strength, and hypertrophy with training, The journal of Strength & Conditioning Research, 2009 Jan 1; 23(1): 62-71.