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6. August 2018

Das Schicksal der Makronährstoffe – Teil 2: Die Kohlenhydrate

Im ersten Part dieser dreiteiligen Reihe haben wir uns auf die Fette konzentriert und dabei untersucht, welche Wege diese im körpereigenen Stoffwechsel gehen können. Im heutigen zweiten Teil beschäftigen wir uns mit den Kohlenhydraten, bevor wir schließlich nächste Woche dann zu den Proteinen übergehen.

Anders als die Fette und Proteine ist unser Körper nicht auf Kohlenhydrate zum Überleben angewiesen. Dies bedeutet aber in keinem Fall, dass die uns bereits bekannten Low – Carb Diäten für den normalen Fitnessbegeisterten Sinn machen! Kohlenhydrate bieten eine hervorragende Energiequelle für unseren Körper und sorgen bei deinem Training für ausreichend Leistung. Nahezu jede Form von Kohlenhydraten wird im Körper in die Moleküle Glucose und manchmal auch in Fructose zerkleinert. Diese zwei Moleküle sind essentiell für den Energiehaushalt. Kohlenhydrate aus der Nahrung werden zunächst im Mund vorverdaut. Dies geschieht durch das Enzym Alpha – Amylase, welches in den Speicheldrüsen in deinem Mundraum gebildet wird. Danach werden diese sogenannten Di-/ und Polysaccharide weiter aufgespalten und schließlich als kleinste Bestandteile ins Blut abgegeben, was den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Diesen Stoffwechselweg kennen wohl die meisten, doch die aufgenommenen Kohlenhydrate können noch zusätzliche, andere Wege gehen. Eine Übersicht findest du in der nachfolgenden Grafik.

 

 

 

 

Neben dem zuvor erwähnten Weg des Aufspaltens in Glucose und Fructose, können aufgenommene Kohlenhydrate auch in der Leber zu Glykogen abgespeichert werden. Außerdem finden Kohlenhydrate ihre Rolle im Pentosephosphatweg, bei dem Stoffwechselprodukte entstehen, die für weitere Reaktionen im Körper, wie z.B. bei der Herstellung von Antioxidantien oder der DNA vonnöten sind. Als letzter Hauptweg der Kohlenhydrate ist die Umwandlung in Triglyceride. Dies geschieht aber in erster Linie mit Fructose, wenn die Glykogenspeicher voll aufgefüllt sind. Dann kann Glucose in der Leber in die, aus dem vorherigen Kapitel bekannten, Triglyceride umgewandelt werden.

Du merkst also, dass trotz des teilweise schlechten Rufs, Kohlenhydrate durchaus ihre berechtigte Rolle im menschlichen Körper haben und zu jedem Speiseplan, ob Hobbysportler oder Profi, dazugehören sollten. Ich hoffe ich konnte dir wieder ein paar nützliche Infos mitgeben. Sei gespannt auf den letzten Teil. Bis dahin, hau rein!

Dein Goeerki

 


1 Biochemistry. 5th edition, Berg JM, Tymoczko JL, Stryer L., New York: W H Freeman; 2002.

2 Kodde IF., van der Stok J., Smolenski RT., de Jong JW, Metabolic and genetic regulation of cardiac energy substrate preference, Comp. Biochem. Physiol., Part a Mol. Integr. Physiol. 146 (1): 26-39.